Sportgymnasium Dornbirn

 

Das Sportgymnasium Dornbirn will sportlich interessierten und begabten Jugendlichen die Möglichkeit bieten, den Weg zur Reifeprüfung mit ihren sportlichen Interessen bzw. mit der optimalen Förderung ihrer sporlichen Talente zu verknüpfen.

Schule und Sport sind kein Widerspruch, sondern beide Bereiche können durch entsprechende Rahmenbedingungen gefördert werden. Je nachdem, ob die breite sportliche Ausbildung, der Leistungssport oder das Bemühen um Spitzenleistungen im Vordergrund stehen, bietet das Sportgymnasium Dornbirn drei Ausbildungswege an:

 

o1-Typ

Eine vielfältige sportliche, aber auch leistungsbezogene Ausbildung und die Verbesserung der eigenen sportlichen Leistungsfähigkeit stehen im Vordergrund des O1-Typs. Von den SchülerInnen wird zwar - als Zeichen ihrer Verbundenheit mit dem Sport - eine Vereinszugehörigkeit verlangt, allerdings findet der Sportunterricht ohne Verknüpfung mit Vorarlberger Sportverbänden oder Vereinen statt. Neben dem Messen mit anderen ist die Aneignung und Verbesserung eigener Fertigkeiten und Fähigkeiten wichtig. Zu den Grundlagen für ein späteres Sportstudium, diversen Trainerausbildungen und Sportberufe werden in diesem Zweig vermehrt auch individuelle und gesellschaftliche Aspekte des Sports ins Auge gefasst, die über den Leistungsgedanken hinausreichen. Der O1-Typ bietet neben 2 Sportstunden im Klassenverband 2 Wochenstunden mit einem limitorientierten Sporttraining und 3 Stunden mit Wahlsport an.

 

o2-Typ

Neben einer Basisausbildung in den Grundsportarten steht die Förderung einer speziellen sportlichen Begabung im Mittelpunkt. Der O2-Typ bietet neben 2 Stunden Grundausbildung 5 Stunden Spezialtraining in enger Abstimmung mit den jeweiligen Vereins- bzw. VerbandstrainerInnen der entsprechenden Sportart an. Die enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Verein und Verband ist wichtig, wobei ein Teil der TrainerInnen am Sportgymnasium direkt vom Landesverband gestellt wird. Die sportärztliche und physiotherapeutische Betreuung ist ebenso Bestandteil dieses Zweiges wie die Schulfreistellung für Wettkämpfe und Trainingskurse.

 

o3-Typ

Der O3-Typ für Leistungssportler ermöglicht es angehenden SpitzensportlerInnen, neben ihrem sportlichen Leistungstraining die Reifeprüfung an einer allgemeinbildenden höheren Schule (AHS) in einem etwas längeren Zeitrahmen abzulegen. Die 5-jährige Schuldauer erlaubt die Aufteilung des Oberstufenstoffes auf 5 Jahre. Im Stundenplan ist zudem ein tägliches Vormittagstraining, fünfmal in der Woche, vorgesehen. Diese Trainingseinheiten werden vom Verbandstrainer bzw. von der Verbandstrainerin geleitet, mit Ausnahme der zwei Stunden Grundausbildung in den ersten drei Schuljahren, in welchen auch diesen SchülerInnen Grundfertigkeiten in anderen Sportarten vermittelt werden.

Von den AufnahmebewerberInnen wird verlangt, dass er/sie über die gesamte Dauer des Schulbesuches ein Höchstmaß an persönlichem Einsatz in Bezug auf die Leistungsbereitschaft und Zeitaufwendung zeigt, um die vorgegebenen sportlichen und schulischen Anforderungen erfüllen zu können.

Die optimale schulische und sportliche Ausbildung von LeistungssportlerInnen soll als Langzeitwirkung dem österreichischen Sport qualifizierte Fachkräfte zuführen und darüber hinaus zu einer strukturell, organisatorisch und fachlich verbesserten Arbeit in den Fachverbänden führen.

 

Anmeldung

Im Rahmen der Anmeldung muss für alle drei Schultypen (O1,O2,O3) ein sportmotorischer Test durchgeführt werden (siehe weiter unten!).

Schulische Anmeldung mit der Original-Schulnachricht im Sekretariat des Sportgymnasiums Dornbirn.

  

Schulische Leistungsfähigkeit

Für alle drei Ausbildungswege ist der positive Abschluss der AHS-Unterstufe, der Vorarlberger Mittelschule (VMS), bzw. der Hauptschule (HS) erforderlich. HauptschülerInnen in der 2. Leistungsgruppe müssen in den Hauptfächern wenigstens die Noten „Sehr Gut/Gut“ aufweisen.

Die schulische Leistungsfähigkeit ist ein wichtiger Faktor im Sportgymnasium Dornbirn, da die SchülerInnen in dieser Oberstufenform erhöhten Belastungen ausgesetzt sind. Aus diesem Grund ist für alle Ausbildungswege auch ein Gespräch mit dem Direktor obligat.

 

Auswertung

Die Zeugnisse werden nach folgenden Kriterien gereiht:

Es werden die Noten aus den Hauptfächern und den Fächern Geographie, Geschichte, Biologie, Physik oder Chemie addiert, wobei

  • die Noten der Hauptfächer mit 2 multipliziert werden (2. Leistungsgruppe HS: Note plus 3 Punkte mal 2); VMS – Unterricht nach HS-Lehrplan: Note plus 5 mal 2 (zusätzlich ist eine Aufnahmeprüfung im jeweiligen Fach notwendig).
  • die Noten der Fächer Geographie, Geschichte, Biologie, Physik oder Chemie mit 1 multipliziert werden. 

Nach der sich daraus ergebenden Notensumme werden alle BewerberInnen gereiht, wobei klarerweise eine geringere Notensumme besser ist als eine hohe.

 

Sportliche Eignung

Neben einer positiven ärztlichen Grunduntersuchung (o1- und o2-Typ) bzw. einem positiven sportmedizinischen Gutachten (o3-Typ), ist im o2- und o3-Typ auch die Akzeptanz durch den jeweiligen Sportverband entscheidend, wobei bestimmte Sportarten zusätzlich ein verpflichtendes Sichtungstraining durchführen.

Für alle Typen gibt es einen Aufnahmetest für die allgemeine sportliche Leistungsfähigkeit, der aus folgenden Disziplinen besteht:

 
Geräteturnen Folgende drei Übungen werden nicht als Übungsverbindung geturnt, sondern nacheinander absolviert und gewertet:
  • Felgaufschwung
  • Handstand gegen die Wand mit anschließender freier Haltequase
  • Kasten (quer) oder Sprungtisch - Hocke
    Richtwert männlich 9,50; weiblich 11,00
Sportmotorische Tests
  • 20m Sprint (fliegender Start, 2 Versuche)
    Richtwert männlich 2,65, weiblich 2,80
  • Rumpfbeuge (Kniegelenk durchgestreckt, kurze Haltephase)
  • Vorwärts- und Rückwärtslauf (5 Min.)
    Richtwert männlich 930 m, weiblich 850 m
  • Hürdenbumerang (1 Probeversuch, 1 Wettkampfversuch)
    Richtwert männlich 12,95; weiblich 14,18
Schwimmen
  • 100m in einer selbst gewählten Lage
    Richtwert männlich 2,00; weiblich 2,05
  • 10m Tauchen ohne Kopfsprung